Interview: Kevin Boran – Praktikumsbericht aus einer Kommunikations-Agentur.
  • vom 3. September 2011

Interview: Kevin Boran – Praktikumsbericht aus einer Kommunikations-Agentur.

„Wir suchen nicht die Besten, sondern die Hungrigsten!“

Herr Boran, Sie haben im Mai diesen Jahres Ihr Abitur gemacht und sind seit rund drei Monaten Trainee für Mediengestaltung bei der CYPERIOR® COMMUNICATION. Wie kamen Sie zu diesem Praktikum?

In erster Linie muss man sagen, dass sich ein Praktikum bei CYPERIOR® COMMUNICATION in Bayreuth natürlich angeboten hat, da ich der Bruder des Geschäftsführers – Daniel Boran – bin. Nach meinem Abitur entschloss ich mich dann in der Firma meines Bruders anzufangen. Ich wollte die freie Zeit sinnvoll nutzen und aus dem Praktikum so viel mitnehmen wie ich konnte. Generell kann ich aber nur jedem raten, sich vor einem Praktikum im Bereich der neuen Medien entsprechende Vorkenntnisse anzueignen. Ohne grundlegende Kenntnisse im Bereich der Mediengestaltung kommt man sonst gar nicht erst in solch eine Branche, da bereits bei Praktikanten intensive Vorstellungsgespräche stattfinden.

In welchen Bereichen waren Sie als Trainee tätig?

Das Praktikum hat mir einen Einblick in mehrere Bereiche ermöglicht. Das Hauptaugenmerk während meines Praktikums lag sicherlich auf dem CYPERIOR® STORE – Online-Shops bedürfen ausgiebiger Pflege, wie ich jetzt erfahren konnte. Aber auch bei der CYPERIOR® COMMUNICATION habe ich teilweise an Projekten teilgenommen. Dank des hausinternen Fotostudios bekam ich aber auch einen Einblick, wie zum Beispiel aufwendige Werbespots gedreht werden oder Foto-Shootings geplant und umgesetzt werden. Das war auch mal sehr interessant zu sehen, wie das alles funktioniert und vor allem wie am Ende dann die Kampagnen oder Werbespots entstehen.

Wie wir erfahren haben, studieren Sie ab Oktober Internationales Management an der FH in Hof. Jetzt hat die Werbe-Branche nicht viel mit Ihrem Studiengang zu tun, oder?

Mir war ja ziemlich früh klar, dass ich Internationales Management studieren möchte. Der Bereich Marken-Kommunikation hat jetzt in erster Linie nichts mit meinem Studium zu tun, aber später im Studium habe ich die Möglichkeit, mich auf den Bereich Marketing zu spezialisieren. Aber auch wenn ich mal nicht auf Marketing eingehen sollte, denke ich, dass mich das Praktikum weitergebracht hat und meinen Horizont definitiv erweitert hat.

Inwiefern hat Sie das Praktikum weitergebracht?

Mein Bruder hat mir mal erklärt, dass ohne Werbung und Marketing keine Firma das wäre, was sie heute ist. Bestes Beispiel ist da wohl Apple. Die ständige Präsenz in den Medien hat Apple mitunter zu dem heutigen Erfolg geführt. Natürlich ist Marketing nur eine Komponente von vielen, die ein Unternehmen erfolgreich machen. Dazu gehören ebenfalls Vertrieb und Produktion und viele weitere Faktoren – all das scheint bei Apple wunderbar zu funktionieren. Aber worauf ich hinaus will ist, dass Werbung und Marketing wichtige Aspekte in der Unternehmensführung sind und deshalb auch von den höchsten Gremien abgesegnet werden. Der Kontakt mit Marketing-Leitern lässt einen schnell verstehen, wie einzelne Unternehmen nach innen wie nach außen ticken. Ein Punkt, den ich aus dem Praktikum mitnehme ist der, dass kein Unternehmen so funktioniert wie das andere. Jede Firma hat ihre eigene, ganz individuelle Kommunikation – perfekt zugeschnitten natürlich auf die verschiedenen Philosophien und Produkte der Unternehmen. Ich durfte bei einigen Meetings reinschnuppern und so sehr viele interessante Leute kennenlernen. Da einige Marketing-Direktoren auch bei uns im Haus waren, bin ich im Prinzip auch mit der Management-Ebene vieler Unternehmen in Kontakt gekommen. Ob ich dadurch nachhaltige Kontakte für mein persönliches Berufsleben aufbauen konnte, wird die Zukunft zeigen. Aber ohne Vitamin B ist es heutzutage sehr schwer in obere Etagen eines Unternehmens zu kommen.

Sie haben gesagt, dass Sie sich schon früh für ein Studium entschieden hatten. Eine Ausbildung im Unternehmen Ihres Bruders kam für Sie nicht in Frage?

Eine Ausbildung wurde mir von meinem Bruder sogar angeboten – und das weiß ich wirklich sehr zu schätzen, denn die Nachfrage an Ausbildungsplätzen in der Branche ist enorm. Aber ich möchte mich beweisen, meinen eigenen Weg gehen und meine eigenen Erfahrungen sammeln. Dabei ist es mir auch wichtig, weitestgehend unabhängig zu sein. Die Chance auf das Studium wollte ich auch unbedingt nutzen.

Internationales Management – das klingt nach viel Reisen und unterwegs sein…?

Worauf ich mich besonders freue, ist das obligatorische Jahr im Ausland während des Studiums. Ehrlich gesagt ist das Auslandsjahr einer der Gründe gewesen, warum ich mich für diesen Studiengang entschieden habe. Viele mit denen ich gesprochen habe, meinten, dass das Jahr im Ausland zu den besten ihres Lebens gehörte. Außerdem soll sie das persönlich und menschlich auch einen ganzen Schritt weiter gebracht haben. Diese Erfahrung möchte ich selbst auch machen.

Haben Sie denn schon Berufswünsche für die Zeit nach Ihrem Studium?

Auch wenn ich alles ganz gut geplant habe für die kommende Zeit, aber was ich mal beruflich machen werde, darauf möchte ich mich jetzt noch nicht festlegen. Ich habe zwar Vorstellungen, aber immerhin ist ein Studium allgemein ziemlich anspruchsvoll und das muss ich erstmal bestehen. Ob es nur der Bachelor-Abschluss oder danach auch der Master werden wird, wird größtenteils auch von meinem Abschneiden an der Uni abhänig sein. Ich bin optimistisch, aber bis dahin kann noch viel passieren. Erst einmal das Studium erfolgreich absolvieren – alles weitere wird sich dann ergeben.

Zum Abschluss ein paar Sätze, was in den drei Monaten bei CYPERIOR® am prägendsten für Sie war.

Aus der Zeit bei CYPERIOR® werde ich einen Grundsatz meines Bruders ganz besonders mitnehmen: „Wir suchen nicht den Besten, sondern den Hungrigsten, der bereit ist, der Beste zu werden!“ Auf das Unternehmen bezogen bedeutet das, man braucht nicht unbedingt die besten Leute, sondern diejenigen, die sich reinhängen und wirklich vorne mitspielen wollen. Aus meiner Zeit in der Agentur weiß ich jetzt auch, wie schwierig und anspruchsvoll das alles ist und dass man wirklich sehr viel Energie und Engagement braucht, um in der Werbebranche bestehen zu können. Für mich persönlich heißt das: Ich muss immer hungrig bleiben, immer das Beste geben und werde schließlich irgendwann auch meine Ziele erreichen.